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HSV Senftenberg : TSG Lübbenau III  20:32 (HZ 9:12)
 
Als Fred G. am letzten Samstag noch vor dem heimischen Panoramaspiegel stand und überlegte ob er heute mal sein Haar offen tragen sollte bzw. welches seiner vielen karierten Hemden am besten die sportliche Note unterstreicht, war die "Dritte" schon längst auf dem Weg zum 2. Saisonspiel nach Senftenberg. Ja ja sie lesen richtig, genau das Senftenberg wo der ortsansässige Handballverein seit Jahren konsequent die rote Laterne der Landesliga Süd genauso fest in den Händen hielt wie auch das, vom Verband wahrscheinlich in Stein gemeiselte, Zertifikat der ewigen Unabsteigbarkeit. Und wenn dann wirklich mal einer Aufsteigen will, so wie wir die letzten Jahre, stecken wir den einfach in eine andere Staffel. Am besten irgendwo nördlich von Berlin. Dies nur mal als kleine erinnerungswürdige Randnotitz.

 

Die Anreise gestaltete sich zu einer interessanten heimatkundlichen Entdeckungstour quer durch die Bergbaufolgelandschaften des südbrandenburgischen Kohlereviers. Angekommen hätte man auch denken können der Hallenwart wollte erlebnistechnisch primär noch einen drauf packen und verwandelte die Spielstätte der Hausherren kurzerhand in eine bestens präparierte Eissporthalle. So zeitig sind wir lange nicht mehr in die Schlittschuhsaison gestartet. Das ließ dann schon bei der Erwärmung erahnen wo in Sachen Spielästhetik die Reise hingehen wird.

 

Und so begann das Match fernab der gewohnten Spielkultur auf Seiten der Spreewälder. Mangelnde Standsicherheit ließ unser Angriffspiel zu diesem Zeitpunkt langsam und pomadig aussehen und war visuell genauso aufregend wie ein Striptease im Radio. Die dadurch auch resultierende Passungenauigkeit führte dazu, das es kaum Wurflücken für uns gab. Einzig Georg hatte sichtlichen Spaß auf diesem Untergrund und hielt uns mit erfolgreichen Einzelaktionen von der Außenposition im Rennen. Was die Deckungsarbeit bis dato betraf gab es noch viele mögliche Ausbaustufen nach oben. Irgendwie fehlte da der Wille vielleicht auch mal dem Nebenmann etwas Unterstützung zukommen zu lassen. So zumindest der Eindruck von aussen, was den MV bereits zu einem frühen Zeitpunkt veranlasste die grüne Karte beim Kampfgericht abzugeben. Die Auszeit sollte einfach mal dazu dienen den Rhytmus des Gegners zu brechen und mit personellen Änderungen neue Impulse zu setzen. In Zukunft wäre es sehr schön wenn alle mitgereisten Akteure an dieser Kurzbesprechung teilnehmen und nicht allein weitentfernt vom Geschehen sichtbar verärgert ihr Getränk zu sich nehmen. Das heißt nicht umsonst Team-Timeout.
Jetzt etwas fokusierter agierend gelang es uns einen 3-Tore Vorsprung herauszuspielen und diesen mit in die dringend benötigte Halbzeitpause zu nehmen. Viel gab es da nicht zu sagen, wusste doch fast jeder selbst wie diese blutleere Vorstellung im ersten Durchgang zustande kam.
Glücklicherweise entwich nicht nur der Flaschengeist des vitalisierenden Berliner Aerosol Getränks beim traditionellen Pausenkreis in der Umkleide. Irgendwie muß da auch eine ordentliche Wolke Teamspirit mit dabei gewesen sein. Anders ist der nun im 2. Spielabschnitt gezeigte mannschaftlich geschlossenere Auftritt kaum zu erklären. Eine nun bärenstarke Deckungsarbeit gab den Hausherren kaum noch Möglichkeiten zu einem ordentlichem Torabschluß. Auch in der Zweikampfwertung reichte es für den Kreisliganeuling aus der Kreisstadt nur noch für die Silbermedaille. Auch im Angriff gelang uns endlich das was uns üblicherweise auszeichnet. Schnelle Ballpassagen, Tiefgang und das Auge für den besser postierten Nebenmann ließen uns nun den Senftenberger Deckungsverband sehenswert auseinanderpflücken.
Urplötzlich gab Torgefahr von allen Positionen und selbst Rissi verzichtete jetzt auf die vielen Fahrkarten aus Halbzeit eins, als er den Torwächter noch zum Helden schoß. Natürlich war es auch hilfreich für uns das die meisten Staubschichten des Spielfeldes mittlerweile abgelaufen waren, was unserer Spielattraktivität sehr zu Gute kam, aber vorrangig würde ich die jetzt gezeigte mannschaftliche Geschlossenheit als Matchwinner bezeichnen. Bis zum Abpfiff der beiden gut leitenden Unparteiischen aus Plessa legten die Spreewälder einen 12 Tore Vorsprung auf das Parkett, welcher letzendlich und mit der im zweiten Abschnitt gezeigten Leistung auch in dieser Höhe gerechtfertigt war.
 
Für das erzielen des 30-zigsten Tores fühlte sich an diesem Tage Spfr. Schwerdtner verantwortlich. Bis zum Schluß der Begegnung völlig unverständlich blieb mir allerdings der im Vorfeld seitens Senftenberg angefragte Wunsch zur Spielverlegung. Die mit Arbeitsverhinderung und Erkrankung begründete Anfrage lies uns schon etwas staunen wenn dann doch 11 Spieler im Protokoll stehen.
 
Unser erstes Heimspiel in dieser Saison findet am Sonntag den 27.10. um 11.00 Uhr statt. Dort erwarten wir ein neu formiertes Team aus Bad Liebenwerda welches bis jetzt mit beachtlichen Saisonergebnissen auf sich aufmerksam gemacht hat. Das sollte doch für die Supporter der "Dritten" genügend Motivation sein der Lübbenauer Gelb-Blau-Arena einen Besuch zur besten Frühschoppenzeit abzustatten.
 
Fazit:
1. Irgendwie kommt diese Saison nur sehr langsam ins Rollen. Ob Spielverlegungen oder komplette Spielabsagen, so wie von Luckau praktiziert, all diese Dinge lassen uns nicht so richtig Fahrt aufnehmen. Aus diesem Grund ist mal wieder ein Tapetenwechsel nötig. Am Freitag wird endlich die traditionelle Eisbeinsaison in Bimbo`s Sportplatzschänke eröffnet. Da geht wieder ordentlich Fleisch über den Tisch. Und Samstag geht`s dann zur Kneipennacht. Was gibt es noch für bessere Voraussetzungen für das anschließende Punktspiel gegen Bad Liebenwerda.
2. Willi wo bist Du? Hast Du eine Arbeitsschutzberatung für angehende Kosmonauten auf dem 2. Bildungsweg? Wurdest Du wieder von der Maßschneiderei eines Dänischen Sportartikelherstellers als Model gebucht um endlich mal klare Richtlinien für europäische Konfektionsgrößen zu erstellen? Selbst für den Eisbeinschmauss hast Du abgesagt. Das ist sehr untypisch für Dich und genauso unvorstellbar wie ein Leben als veganer Jäger.
3. Ich bin ja mal gespannt wer beim ersten Heimspiel die musikalische Umrahmung übernimmt. Mittlerweile tummeln sich da ja einige ambitionierte Hobby-DJ´s in den Reihen der "Dritten". Musikalisch sind wir da relativ offen hauptsache Fred G., bekennender Country-Fan und Freund esoterischer Instrumentalmusik, fühlt sich hier nicht angesprochen.
 
Tor: Schufte, Raik
Feld: Chris, Steven 12, Gellee 1, Noldchen 3, Matze 4, BM, Martin 4, Rissi 2, Schorsch 6
MV: Pitti, Mirko
 
Kwi

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