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TV Forst : TSG III   22:23 (HZ 13:10)
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
auf Grund aktueller Quarantäneverordnungen für besonders gehaltvolle Belletristik kann dieser Spielbericht erst zum jetzigen Zeitpunkt der geneigten Leserschaft vollumfänglich dargereicht werden. Als die "Dritte" vor über 3 Wochen die Reise in die bezaubernd kleine Rosenstadt Forst angetreten hat, ahnte wohl niemand das dieses Spiel auch gleichzeitig das letzte in diesem Jahr sein wird. Ausser Berni vielleicht, der seinen unbändigen sportlichen Bewegungsdrang bereits am Abend davor abgearbeitet hatte und unbedingt ein, wie immer erfolgloses, Alt-Herren Punktspiel der Abt. Fussball über die volle Distanz bestreiten musste.

Das er dabei durchgängig die anaerobe Schwelle seines sichtlich gut situierten Habitus übertreten haben muss, konnte man schon beim hart schleppenden Einstieg in den Mannschaftsbus erkennen. Hinzu kam das der aktuelle Spieltagskader relativ dünn besetzt war und somit fast alle Voraussetzungen für ein perfekt schweres Auswärtsspiel gegeben waren. Als der TSG-Tross die A15 Richtung Osten unter die Räder nahm konnte dann schon der Eindruck entstehen das wir die Autobahn allein gebucht hatten. Ausser ein paar mit Gebrauchtfahrzeugen hoffnungslos überladenen Fahrzeuggespannen aus der Ukraine sowie den beiden Truckern Leszek und Stanislaw aus Katowice, deren gegenseitiger Überholvorgang gleich hinter Vetschau begann und kurz vor Cottbus noch nicht endgültig entschieden war, gab es nichts belebendes zu sehen.

Vielleicht war das auch die Ursache warum die "Dritte" bei Spielbeginn den Eindruck erweckte, in einen tiefen, pharmazeutisch unterstützten, Schlaf gefallen zu sein. Da fehlte es an Tempo und Spielwitz im Angriff, sowie an einer ordentlichen Portion Aufmerksamkeit in der Abwehr. Da hatte jeder Fruchtsaft mehr Konzentration. Die Kollegen aus Forst waren sichtlich überrascht über das sich bietende Füllhorn, zum freien und ungestörten Entfalten, vor der sonst so unüberwindbar erscheinenden Spreewälder Menschenmauer. Glücklicherweise hatte Lünse im Tor partout was dagegen das Spielgerät mehr als unbedingt nötig aus dem Netz zu holen und zeigte seinen Vorderleuten das er schon gewillt war hier mit 2 + Punkten wieder abzureisen. Doch  irgendwie hatten wir zu diesem Zeitpunkt einen äusserst miserablen Matchplan bzw. halt gar keinen. Wenn wir dann mal aus guter Position zum Abschluss kamen, landeten gefühlte 70 % der Würfe am Pfosten bzw. an der Latte. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern jemals so sehnsüchtig auf den Pausenpfiff gewartet zu haben. Beim Stande von 10:13 aus unserer Sicht war es dann endlich soweit und wir durften uns über das bis dato gezeigte Fiasko laut und intensiv austauschen.

Ganz besonders von Nöten war auch die Klärung der Frage warum wir schmal besetzt in die Ferne reisen, aber letztendlich 4 Kisten Bier in der Kabine stehen. Also vom Grundsatz ist da nichts gegen einzuwenden, aber bei 4 Kraftfahrern und dann noch ohne Pam ist das schon eine ordentliche Herausforderung für alle Teilnehmer. Natürlich wurden auch sportliche Sachen für den 2. Durchgang geklärt. Immerhin sind wir der Serienmeister und sollten schon in der Lage sein ein Spiel in Forst zu unseren Gunsten zu entscheiden. Ich glaube da sind wir uns alle einig. Im zweiten Spielabschnitt zeigte die "Dritte" was es heißt einen Kampf anzunehmen. Mit Noldchen als lautstarken und beherzt zufassenden Deckungsorganisator fühlten sich seine Nebenleute spürbar motiviert ihm gleich zu tun und mit schnellen Beinen sowie ordentlicher Griffkraft dem bunten Forster Angriffstreiben aber mal richtig den Stecker zu ziehen. Was jetzt noch so Richtung eigenen Tores durchkam war größtenteils sichere Beute von Kussi. Der knüpfte nahtlos an die bestechende Torwartleistung des ersten Abschnittes an und stellte erneut unter Beweis das er zur ruhmreichen Gilde aus der excellent ausgebildeten Lübbenauer Keepermanufaktur gehört. Im Angriff legte jetzt Schorsch den ganz großen Gang ein. Leidenschaftlich bespielte er die Deckung des Gastgebers und stellte diese vor zum Teil unlösbare Denkaufgaben. Flankiert wurde er auf der benachbarten Halbposition jetzt von Berni. Bei ihm hatte das bewußt gewählte und jedem Baumarktkunden geläufige Stilmittel der absoluten Nichtbeachtung , was den Einsatz im ersten Durchgang angeht, volle Wirkung gezeigt. Jetzt war er schön griffig unterwegs. Vorne mit immens treffsicherer Durchschlagskraft und hinten als eisenharter Verteidiger der seinem Gegenspieler unmissverständlich vermittelte das es eine sehr schlechte Idee wäre in seinem Wirkungskreis, auch nur ansatzweise daran zu denken, eine Aktion Richtung Tor zu starten. Phasenweise flog er wie im "stealth mode" durch das Computerspiel des Lebens. Ich wünschte mir das selbe könnte ich uneingeschränkt auch über Martin sagen. Doch leider hatte er in Forst einen richtig gebrauchten Tag angedreht bekommen. Ich meine so einen Tag wo Du vom Strand aus nicht mal das Meer treffen würdest, wo Du Dich selbst in der Drehtür verläufst und es leichter wäre Einhörner zu finden als eine Erklärung für soviel Scheiße an der Wurfhand. Da hat aber jemand mächtig am Ohrfeigenbaum geschüttelt würde ich sagen. Ich hoffe Du hast die Kiste Oktoberfestbier nur wieder mit nach Hause genommen um sie uns beim nächsten Treffen schön gekühlt wieder schankfrisch anzubieten. 

Beide Mannschaften lieferten sich bis zur letzten Sekunde einen offenen Schlagabtausch und es war überhaupt nicht absehbar wer das Parkett als Sieger verlassen wird. Erst als Chris uns kurz vor Schluß, von der bei Rechtshändern äußerst beliebten Rechtsaussenposition, in Führung warf und den Gastgebern in den verbleibenden Sekunden nichts brauchbares mehr einfiel stand fest, dass die Dritte wieder mal mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Obwohl, gerade in der 2. Halbzeit haben alle Akteure der Lübbenauer Erfolgscombo gezeigt was es heißt für ein Team alles zu geben und jedes ,noch irgendwo vorhandene Pfund, ohne wenn und aber in den Ring zu werfen. Genau das ist ein Grund warum wir uns jede Woche in ein neues Abenteuer stürzen. Die anderen Gründe sind natürlich auch ganz wichtig , die heißen Geselligkeit, Bock auf Handball und natürlich Bierdurst.
 
Fazit
1. Mensch Raik wieviel Jahre mussten wir warten um Dich mal im kurzen Beinkleid eines Feldspielers betrachten zu dürfen. Uns ist auch gleich aufgefallen welch schöne schlanken Stelzen Du hast. Man könnte fast annehmen Du hast mal mit einem Storch gepokert und dabei seine Beine gewonnen.
2. Irgendwie hatten wir wieder einen 7. Sinn für die wesentlichen kulinarischen Sachen im Leben. Wir haben gelernt, terminlich ist es nie zu früh für ein Eisbein oder für Oktoberfestbier.
3. Gerade jetzt wollte Willi wieder voll angreifen. Er war schon 2x beim Training (also öfter wie in den letzten drei Spielzeiten) und hat das Fitnessbike genauso hart rangenommen wie die komplette Hantelgallerie im Kraftraum. Er stand ganz kurz davor mit seinen bekannt magischen Metzgerhänden wieder die Torraumüberwachung zu übernehmen.
4. Ja das war es dann schon wieder mit der Handballsaison 20/21. Zumindest bis zum Jahresende gehen alle Lichter für den Ligaspielbetrieb aus, aber ich hoffe das genau diese Lichter auch irgendwann in absehbarer Zeit wieder angehen und wir endlich unbeschwert auf Torejagd gehen können. Bis dahin bleibt alle schön gesund und passt auf Euch auf. Und immer daran denken, hinter jeder Wolke ist der Himmel wieder blau.
 
Tor: Lünse, Kussi
Feld: Chris 1, Raik, Gellee 4, Noldchen 2, Matze 2, Martin 4 von 83, Ing. Nagel 2, Moritz 1, Berni 3, Schorsch 4
MV: Länglich, Rissi

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